SC Sendenhorst II - Schachfreunde Drensteinfurt 0 - 4

Holpriger Start, dennoch souverän.

Am heutigen 27. Januar gab es im Kulturbahnhof einen Doppelspieltag der Verbandsjugendklasse U20 Gruppe B. Dabei sollen eigentlich alle sechs Mannschaften dieser Klasse an einem Ort zusammenkommen und zwei Runden der Liga spielen. Leider musste Münster zwei Mannschaften absagen, den Termin zwischen den eigenen Mannschaften wird man noch nachholen, wir bekommen die Punkte „geschenkt“, d.h. der Tag begann für uns mit einem kampflosen Sieg. Ich hatte den Jungs angeboten, dennoch zum Kulturbahnhof zu kommen, dem folgten auch alle und im Raum 2 war eine super Stimmung bei Blitz- und Tandempartien zwischen Spielern aller Mannschaften.

Gespielt haben um 10 Uhr Ostbevern/Westbevern - Sendenhorst II. Während an einigen Brettern die übliche Betreuerqual mit wechselnden Einstellern einsetzte, kämpften die Spieler am ersten Brett verbissen um den Punkt. Bei Sendenhorst war hier Kiara aktiv, die ja zuletzte auch mal bei unserem Vereinsabend hereinschnupperte. Gegen einen nominell deutlich stärkeren Gegner kämpfte sie bis zum buchstäblich vorletzten Bauern - und wenn sie nach drei Stunden Spielzeit abgetauscht hätte, hätte sie sich mit einem schönen Remis belohnt. Und mit dem Remis hätten die Sendenhorster auch den Kampf gewonnen, so wurde es ein 2 - 2.

Erst gegen 13:30 begann daher die zweite Runde, bei der es jetzt unsere Spieler mit Sendenhorst II zu tun bekamen. Ich weiß nicht, ob unseren Jungs die Blitzerei und das Tandemspielen als Vorbereitung nicht so gut getan hat, aber außer Anton standen eigentlich alle „nicht besonders“.

Arne durchschlug dann den Knoten. Ich hatte seine Stellung vorher recht passiv gesehen (Schema ist nicht immer gut), aber auf ein Mal war der Gegner matt. Yannic erzählte mir, Arne hätte seelenruhig einen Bauern verspeist, da wäre ihm gar nicht wohl gewesen. Aber Arne war wohl die Ruhe selbst, ich hoffe, es war korrekt. Wie dem auch sei - 1 - 0

Das war wohl das Startsignal: Finns Gegner „überreagierte“ aufgrund eines drohenden Läuferfangs (der keiner war, da der Gegner durch einen Springerangriff auf die Dame den Läufer befreien und anschließend hätte abtauschen können), verlor dabei die ein oder andere Figur, dann diverse Bauern, bevor Finn endlich mit einem Damenopfer mattsetzen konnte. Da er zu diesem Zeitpunkt die Dame, zwei Figuren und drei Bauern mehr hatte und noch den letzten Turm des Gegners dabei gewann, war das aber auch nicht mehr so schwierig.  Wir bitten unseren Materialwart, für Finn das Feld h2 mit Signalfarbe zu streichen - da hätte man vorher mindestens dreimal mattsetzen können. Egal - 2 - 0

Leon war mit einer vielleicht nur angenehmeren Stellung aus der Eröffnung gekommen, ich mag nicht behaupten, dass sie besser gewesen wäre. Aber er wusste den Druck auf seinen unerfahrenen Gegner langsam zu steigern, offensichtlich schlichen sich dann Fehler ein - irgendwann sah ich dann zwei schöne Freibauern auf der a und b Linie, beim Nachzählen stellte sich dann noch heraus, dass ein Turm des Gegners fehlte. Und als dieser dann noch ein Schach übersah und das mit dem bereits berührten Läufer decken musste, war es vorüber: 3 - 0

Anton war der einzige, der gut aus der Eröffnung herausgekommen war, Chiaras Königsflügel sah recht verknotet aus. Aber wie schon in der ersten Partie wusste sie zurück zu kämpfen - bis sich die Anstrengungen des Tages bemerkbar machten und sie einen Bauernhebel anbrachte, der leider eine Bauerngabel auf Turm und Dame durch den Gegner bedeutete. Anton schwirrte aber offensichtlich der Kopf vom Blitzen mit Zifan, erst gab er eine Figur zurück (die gewann er durch einen Freibauern wieder), dann ließ er sich wohl noch einen Turm abluchsen, so dass das Material fast wieder gleich war. Aber wohl nur fast, der Rest reichte ihm - 4 - 0

Wir sind somit ungeschlagen und stehen bei 21 Punkten aus 7 Kämpfen. Da ein paar Fragen kamen (wie müssen wir spielen, um nicht aufzusteigen), hier die Lage der Liga:

Fürs Antreten bekommen wir noch drei Punkte in den letzten drei Runden und hätten dann 24 Punkte. Ostbevern/Westbevern (12/7) und Sendenhorst (11/7) können uns bei drei noch ausstehenden Spielen nicht mehr einholen. Münster IV (13/6) und Münster III (11/5) müssten eine Siegesserie starten, um noch die Möglichkeit zu haben, uns einzuholen - beide haben bereits zwei Niederlagen einstecken müssen. Aus den letzten drei Runden brauchen wir also noch sechs Punkte (Gewinn zählt 3 Punkte, unentschieden 2 Punkte, antreten 1 Punkt - jetzt dürft Ihr selber rechnen), um sicher aus eigener Kraft aufzusteigen.

Der nächste Termin ist ein Doppelspieltag am 24. Februar 2018, wieder in Drensteinfurt. Vormerken!

Take care!

Bernd Broeckmann